Jühnde-Barlissen: Das erste Bioenergiedorf Deutschlands

Jühnde-Barlissen – ein Bioenergiedorf südlich von Göttingen hat in den letzten Jahren Erfolgsgeschichte geschrieben. Der Ort mit rund 750 Einwohnern wurde 2005 zum ersten Bioenergiedorf in Deutschland gekürt, als er seine gesamte Energieversorgung auf Biomasse umstellte. In Jühnde selbst befindet sich eine Bioenergieanlage, der dazugehörige Ortsteil Barlissen setzt insbesondere auf Elektromobilität.

 Der Weg zum Bioenergiedorf

Bereits 1998 hatte die Uni Göttingen die Idee, erneuerbare Energien in einem Dorf zu nutzen. Zwei Jahre später wurde das Forschungsprojekt “Bioenergiedorf” vom Interdisziplinären Zentrum für Nachhaltige Entwicklung der Uni Göttingen genehmigt. Nachdem Jühnde-Barlissen aus 21 Dörfern, die sich beworben hatten, ausgewählt wurde, startet das Projekt. Seit September 2005 erfolgt die Strom- und Wärmelieferung aus Erneuerbaren Energien. Das Besondere an dem Projekt, das von der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e.V. gefördert wird, ist die Einbeziehung des ganzen Dorfes, dessen Bewohnern und Landwirten. Mittlerweile wurde eine Genossenschaft gegründet, der bereits ca. 195 Mitglieder angehören.

Biogas für alle

Silage und Holzhackschnitzel als Energiequelle – die gesamte Wärme- und Stromversorgung in Jühnde-Barlissen erfolgt über Biomasse, nachwachsende und CO2-neutral. Für die Stromerzeugung wird in einem vierstufigen biologischen Prozess aus Silage und Gülle Biogas in der Biogasanlage von Jühnde erzeugt. Das Blockheizkraftwerk produziert daraus Strom, der dem öffentlichen Stromnetz zugeführt wird. In den Wintermonaten erfolgt die Wärmeversorgung mittels eines Holzhackschnitzelheizwerks, dabei werden Holzhackschnitzel in einem Ofen verbrannt. Die entstehende Wärme wird in das neu angelegte Nahwärmenetz der Ortschaft, an das aktuell ca. 70 % der Haushalte angeschlossen sind, eingespeist.

Das bekannte Bioenergiedorf ist, die Stromversorgung betreffend, mahr als autark: Aktuell wird mehr als doppelt so viel Strom produziert, wie der Ort selbst verbraucht. Durch den Betrieb der Bioenergieanlage werden ca. 2.500 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart.