Akteure für Feldheimer Energieprojekt kooperieren jetzt mit europäischen Partnern

FELDHEIM - Das erfolgreiche Projekt zur autarken Versorgung des Dorfes Feldheim mit vor Ort gewonnener regenerativer Energie soll in einem europäischen Netzwerk ausgebaut werden. Dazu fand in dem Treuenbrietzener Ortsteil jetzt ein erstes Expertentreffen in kleiner Runde statt.

Mit dabei waren Erfahrungsträger aus den Bioenergiedörfern Jühnde-Barlissen (Niedersachsen), Effelter (Bayern) sowie aus Feldheim. Die drei Orte waren im Ergebnis des bundesweiten Wettbewerbs „Bioenergiedörfer 2010“ des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit dem Titel ausgezeichnet worden (MAZ berichtete).

Zur Klärung der Verknüpfungsmöglichkeiten auf europäischer Ebene konnte zudem der Niederländer Jaap Huurman gewonnen werden. Er wirkt bereits in dem europäischen Netzwerk Communities of Sustainable Europe (Cose) aktiv mit. In diesem sind nachhaltig wirtschaftende Kommunen organisiert.

Das Treffen in Feldheim diente zunächst dem Erfahrungsaustausch und der Besichtigung der Versorgungsanlagen dort, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der Partner. Die Teilnehmer vereinbarten als konkretes Ziel die Bildung eines Netzwerks energieautarker Orte. Es soll im Februar offiziell gegründet werden.

Schon heute sind die drei Kommunen Ziel von Besuchern aus dem In- und Ausland. In Jühnde arbeitet bereits das Zentrum Neue Energien GmbH. In Feldheim informiert das Neue Energien Forum interessierte Gäste. Allein im zurückliegenden Jahr konnten dort rund 3000 Gäste aus dem In- und Ausland begrüßt werden, sagte Treuenbrietzens Bürgermeister, Michael Knape (FDP), kürzlich vor Stadtverordneten. Der Aufbau eines rund drei Millionen Euro teuren Kommunikations- und Forschungszentrums im ehemaligen Gasthof des Dorfes ist geplant.

Die Partner für das „Europäische Netzwerk Energieautarker Orte“ wollen ihre Lobbyarbeit für eine sichere und autarke Energieversorgung auf nationaler und europäischer Ebene nunmehr gemeinsam organisieren und weitere Partner gewinnen.

Eckhard Fangmeier, Vorstand und Sprecher der Bioenergiedorf Jühnde eG, lud die Teilnehmer zum Gründungstreffen für das Netzwerk im Februar 2012 nach Jühnde ein.

Rückenwind erhalten die Partner bereits vom ehemaligen Bundesminister und Direktor des Umweltprogramms der Vereinten Nationen Klaus Töpfer. Er ist heute Exekutivdirektor des in Potsdam ansässigen Institute for Adcanced Sustainiability Studies (IASS). „Um die Energiewende umzusetzen, ist es von größter Wichtigkeit, Gemeinschaften und auch Netzwerke zu bilden, die dann kräftiger und sichtbarer werden“, so Töpfer. Das IASS leistet Spitzenforschung zu den Themen Klimawandel und nachhaltige Ökonomie. (von Thomas Wachs)

Quelle: Märkischen Allgemeinen Zeitung, 04.11.2011